Samstag, 20. September 2014

SCHNAPPSCHUSS: Mercenaries (2014)

Der Film: 
Die Tochter des Präsidenten wird von Terroristen, unter der Führung einer gewissen Ulrika, entführt. Bei dieser Aktion werden alle Secret Service Agenten, die die "First Daughter" beschützen sollten, getötet. Ulrikas Ziel ist es, aus der zerfallenen Sowjetunion wieder ein mächtiges Reich zu machen. Die Führung dieser neuen Nation würde sie selbst übernehmen. Ehrensache.
Dafür braucht man Geld, und jenes soll nun Präsidents kleiner Liebling bringen. Ansonsten wird die Kleine Körperteilchen für Körperteilchen ihrem Vater zurück geschickt.
Da die amerikanischen Behörden nicht noch mehr gute Agenten diesen Topterroristen zum Frass vorwerfen wollen, wird beschlossen einige "Entbehrliche" in den Kampf zu schicken. Also werden einige Topstraftäter aus verschiedenen Gefängnissen geholt, zusammengewürfelt und, mit dem Versprechen auf Freiheit bei Erfolg, auf den Weg geschickt Ulrikas Organisation zu infiltrieren und die Präsidententochter zu befreien. Das besondere an der Sache? Die kleine Befreiungsarmee wider Willen besteht aus den vier bösesten Frauen der amerikanischen Verbrechensgeschichte.
Werden sich die vier zusammenraufen, Ulrikas Syndikat zerschlagen und die wichtigste Tochter der Nation befreien können?




                       










Ich finde...
...es schonmal löblich, dass The Asylum bei Ihrer Titelwahl nicht ihrem üblichen Muster gefolgt sind und den Film einfach "Female Expendables" getauft haben (wobei "Mercenaries", zu Deutsch "Söldner", auch nur einen Steinwurf entfernt ist, und den Stein hat wohl ein Fünftklässler geworfen). Dass dieses Franchise hier Pate stand ist nicht zu übersehen. Allerdings versucht der Film schon ein wenig seinen eigenen Weg zu gehen.
Machen wir uns nichts vor, der Film ist nicht gut. Die Story gab's schon eine Fantastilliarde Male, und das allein in den 80ern, und er hat Löcher in der Grösse eines Airbushangars. Die Figuren sind Schablonen, wie sie eindimensionaler nicht sein könnten und die Dialoge sind zuweilen schon ein wenig schmerzhaft. Aber wer würde denn auch ernsthaft die "Expendables" Filme mit guten Filmen verwechseln? Warum schauen wir denn solche Filme? Weil wir handfeste Action und Gewalt wollen (hier auch schön mit Blut, anders als bei "The Expendables 3"), überlebensgrosse Helden und arschcoole Sprüche. Vor allem will ich mein Gehirn dabei einfach auf Testbild schalten. Beim allmächtigen Sly, das habe ich bei "Mercenaries" alles bekommen, und die Tatsache, dass unsere Hilfstruppe nicht aus muskelbepackten Textnuschlern besteht, sondern aus vier Lara Crofts, die, dankenswerter Weise, nicht Angelina Jolie sind (versteht mich nicht falsch, sie war die perfekte Lara Croft, ich bin bloss der einzige Mann auf diesem Planeten, der Angelina Jolie nicht geil findet), find' ich persönlich wunderbar.
Der Hauptcast, bestehend aus Zoe Bell ("Deathproof", "Raze - Fight or Die"), Kristanna Loken ("Terminator 3", "Bloodrayne"), Vivica A. Fox ("Independence Day", "Kill Bill") und Nicole Bilderback ("Girls United", "Clueless") ist bestens aufgelegt.
Zoe Bell ist für mich die weibliche Actionentdeckung der letzten Jahre. Sie hat mit Abstand die coolsten Sprüche im Film ("Let's go PMS from hell on this place!"), verkauft die auch noch hervorragend und tritt Arsch. In den Achtzigern gab es auch Actionheldinnen, aber ich hatte schon als Kind oft den Eindruck, dass die männlichen Konterparts sie immer gut aussehen lassen mussten. Bei Bell ist das überhaupt nicht der Fall. Der kaufe ich hundertprozentig ab, dass sie mich dreimal umgehauen hätte, bevor ich überhaupt daran gedacht hätte meine Deckung hoch zu nehmen. Eine Qualität, die einige Actionheroinen der Neuzeit wie Gina Carano ("Haywire") oder Ronda Rousey ("Expendables 3") mitbringen. Find' ich gut.
Bei Kristanna Loken habe ich mich immer gefragt, warum aus ihr nicht mehr geworden ist, nachdem sie wohl der heisseste Cyborg aller Zeiten in "Terminator 3" war. Gut, in einem Uwe Boll Film mit zu spielen hilft der Karriere wohl kaum, aber das kann doch nicht alles sein. "Mercenaries" öffnete mir die Augen. Die Frau kann einfach nicht spielen. Ja, auch sie ist in den Actionszenen glaubwürdig, aber mit Text oder Emotionalität sollte man sie einfach nicht überfordern. Steckt sie einfach in sexy Klamotten, stellt sie irgendwo hin und lasst mich sie einfach nur angucken...ach so, habt ihr ja die meiste Zeit...na dann, alles richtig gemacht.
Vivica A. Fox gibt mir Rätsel auf. Die Frau gehörte mal zur A-Liste, hat in absoluten Blockbustern mitgespielt, den legendären Küchenkampf mit Uma Thurman (deren Stuntdouble damals übrigens Zoe Bell war) in Kill Bill abgeliefert und zweifellos mal zu den attraktivsten Frauen Hollywoods gehört, und heutzutage schraubt sie sich durch Hobel wie "Sharknado 2" und eben "Mercenaries". Was ist da passiert? Das sie inzwischen, sollte es jemals ein Remake von "Set it Off" geben, eher die Rolle von Queen Latifah als ihre eigene spielen würde, kann nicht alles sein. An ihren darstellerischen Qualitäten kann es nicht liegen, die Frau hat's immer noch drauf.
Nicole Bilderback, von der ich noch nie was gehört habe, macht ihre Sache auch gut, ist aber irgendwie auch nicht mehr als die politisch notwendige Asiatin.
Wem jetzt noch Argumente fehlen, warum dieser Film sehenswert ist, dem möchte ich zwei Namen um die Ohren pfeffern:

CYNTHIA ROTHROCK und BRIGITTE NIELSEN

Diese beiden Ladys sind der Inbegriff starker Frauenrollen in Actionfilmen. Cynthia Rothrock war in den Achtzigern wohl die erste Frau, die in Martial-Arts Filmen die Hauptrollen bekleidete und gerade unter asiatischen Nachzüglern eine Flut von Cynthias als Künstlernamen erschuf (allen voran Yukari Oshima und Li-Tsing Yang, besser bekannt als Cynthia Luster und Cynthia Khan). Sie ist eine lebende Legende und hat die zweifelhafte Ehre, Teil des wohl schlechtesten Martial-Arts Films der Dekade, namens "Undefeatable", zu sein. Es ist so schön, sie mal wieder in einem Film zu sehen, denn sie hatte sich lange aus dem Filmbusiness zurück gezogen. Allein für solche coups muss man The Asylum lieben. Bitte mehr davon.
Und Brigitte Nielsen? Was soll man zu der noch sagen? Sie war der feuchte Traum vieler Pubertanten, sie war mit dem Actiongott Sylvester Stallone verheiratet und hat die Frau von Dolph "Ivan Drago" Lundgren in Rocky IV gespielt, aber vor allem ist sie, vermaledeit nochmal, "Red Sonja"(!!!) und damit unantastbar.
Ja, sie hat auch viele peinliche Jahre hinter sich, aber wenn sie dermassen Freude an ihrer Rolle hat, dass sie chargiert wie zu besten "Prinzessin Fantaghirò" Zeiten, dann hat sie immer noch eine Präsenz, der keine gleich kommt. Genug gesagt.
Mein Schlusswort lautet also, "Mercenaries" hätte besser sein können, aber wer Wackelkameraaction verabscheut wie ich und nie genug kriegen kann von Actionfilmen der alten Schule, wie sie Stallone, Lundgren, Van Damme, Statham und Konsorten gemacht haben und wieder machen, und sich an sechs Damen, die ihren männlichen Kollegen in nichts nachstehen erfreuen kann, "Mercenaries" ist euer Film.

Freitag, 5. September 2014

Birdemic: Shock and Terror 2008














Cast:
Alan Bagh..............Rod
Whitney Moore.....Nathalie
Adam Sessa..........Ramsey
Catherine Batcha...Becky
Danny Webber......Rick
Mona Lisa Moon...Mai
Rick Camp............Dr. Jones

Regie: James Nguyen


Einleitung:
Es gibt Filme, die Fragen aufwerfen. Viele Fragen. Fragen von denen man weiss, dass es nie eine befriedigende Antwort auf sie geben wird.
Wenn die alles überflügelnde Frage lautet: "Ensthaft!?!? Oder will mich hier jemand verarschen?", dann hat man, denke ich, ein Problem. Lauten die weitern Fragen: "Wie konnte dieser Film überhaupt zustande kommen?", "Wie hat der Film einen Vertrieb gefunden?", "Was hat der Regisseur sich dabei gedacht?", "Wie kann man der Meinung sein, gute Arbeit geleistet zu haben?", "Wie kann man ernsthaft denken, dass man ein Publikum findet, dass das für gute Arbeit halten könnte?" und "Was, zur Hölle, ist das?", dann...ja, dann ist das eine Besprechung wert!
Ich präsentiere, BIRDEMIC: SHOCK AND TERROR!!!!


Inhalt:
Liebt ihr es nicht auch, wenn ein Film direkt in die Vollen geht, mitten in die Action rein, so dass man sich fragt: "Was zur Hölle ist da passiert? Ich muss das wissen!" und man sofort gefangen ist?
Ja, das ist alles überhaupt nicht der Fall bei diesem Film. Stattdessen sehen wir erst einen Strand und dann einen blauen Mustang der durch die Gegend fährt, dreieinhalb Minuten lang. Wir sehen ihn von vorne...von hinten...von der einen Seite...von der anderen Seite...und von innen aus einer schiefen Kameraperspektive. In den meisten Fällen heisst diese Einstellung, das irgendetwas "schräges" im Busch ist. In diesem Fall vermute ich eher, dass die Kamera umgekippt ist und keiner hat's gemerkt. Das alles wird wunderbar untermalt von der sich ständig wiederholenden zwanzig sekündigen Musikschleife (schon jetzt beschleicht mich das Gefühl, dass die Sichtung dieses Werkes weh tun wird).

Kamerakunst oder Kamerafail?
Ich tippe auf letzteres!
Endlich hält der Mustang an, und ein dynamischer (und mit dynamisch meine ich, dass ein Sicherungskasten mehr darstellerisches Talent als unser Haupdarsteller hat), junger Mann steigt aus, um in einen Diner zu gehen, wo er von der am schlechtesten "synchronisierten" Kellnerin der Filmgeschichte mit einem fröhlichen "HI !!!!!!" angebrüllt wird. Er setzt sich, nimmt die Karte und entdeckt eine junge, attraktive, blonde Dame, die er so lange anstarrt, dass die Grenze zur sexuellen Belästigung sehr, sehr nahe rückt. (An dieser Stelle sollte ich vielleicht erwähnen, dass der Film holpriger geschnitten ist als ein Kurzfilm, den ich in der sechsten Klasse mit zwei gekoppelten VHS-Rekordern erstellt habe. Die Bildqualität ist dafür aber wenigstens in der gleichen Qualität. Passt!) Als sie den Diner verlässt, folgt er ihr in bester Stalkermanier und dann folgt "Junge trifft Mädchen in US-Filmen" für Anfänger.

Boy meets girl 101

Natürlich sind sie zusammen zur High School gegangen (die Welt ist ein Dorf). Natürlich erkennt er sie, aber sie ihn nicht (daher weiss er, dass sie Nathalie heisst). Natürlich hat er zwei Reihen hinter ihr gesessen und natürlich ist sie inzwischen ein Model und er ein Softwareverkäufer. Man tauscht Visitenkarten aus (cool, wenigstens weiss Nathalie jetzt wie der Typ heisst. Wir dagegen werden es wohl nie erfahren) und geht getrennte Wege.


Der Typ sitzt zu Hause beim Frühstück und sieht Nachrichten über agressive Vögel und Polarbären, denen der Lebensraum wegschmilzt (das wirkt jetzt irrelevant, wird aber noch wichtig...irgendwie).

Bericht läuft auf Fernseher, der im
Hintergrund steht. Die Moderatorin
sieht man erst ab Brust aufwärts und
Traversen sind sichtbar.
Ist eindeutig ein echtes Studio.
Ja, bin überzeugt!
Bei der Arbeit landet Typ einen super deal für 'ne Million und freut sich wie wild, während Nathalie bei einem Modeljob in einem One-Hour Photo (hey, die grössten Modelkarrieren haben in einem Fotoautomaten am Bahnhof ihren Anfang genommen) von ihrer Mangerin angerufen wird (geil, Nathalies Handyklingelton ist eine Fahrradklingel. Nein, ich meine nicht ein Ton der so klingt. Jemand hat eine Fahradklingel betätigt und das dann in den Film kopiert ^^) und einen Job bei Victoria's Secret kriegt. Könnte das Leben besser laufen für unsere Protagonisten. Ja, wenn Typ jetzt ein Date mit Victoria's Nathalie abgreifen täte. Ein Anruf, ein freundliches "Ich bin's, Rod!" (Rod!!! Er heisst Rod! Nur 14 Minuten hat's gedauert. Rod heisst er!) und die Sache ist geritzt.
Zuerst geht Rod aber erstmal Basketball spielen mit der Bausatzfigur Arbeitskollege/bester Freund/sexbesessener Arsch, deren Namen wir auch nicht erfahren, um sich über die Hitzewelle im Winter zu beschweren, dann, zu Hause, im Fernsehen erneut einen Bericht über Buschfeuer und ein Promiautorennen, dessen Vehikel mit biologisch abbaubarern Brennstoffen angetrieben werden, zu sehen, und sich abschliessend, bei einem Klinkenputzer, eine 20.000 $ Solaranlage zu gönnen. Na, habt ihr schon bemerkt welche Botschaft der Regisseur euch, gaaaanz subtil, an's Herz legen möchte? Egal, Zeit für das Date.

Rod und Nathalie gehen vietnamesisch Essen, Rod sagt schön den Text auf, den der Regisseur als seine Lebensgeschichte geschrieben hat, Nathalie macht das etwas besser, sie checken sich und ihre Zukunftspläne ab und gehen auf einen romantischen Spaziergang. Und zu guter letzt tun diese verrückten jungen Kids, dass was hippe junge Menschen in Amerika tun, um ein romantisches Dinnerdate zu krönen. Vor einer Leinwand, auf die ein verschwommenes Bild einer Disco projeziert wird, den Klammerblues tanzen.
Ach jeh, war das...langweilig.

Schauen wir doch mal was Buasatzfigur  Arbeitskollege/bester Freund/sexbesessener Arsch so macht. Der hat nämlich gerade eine heisse Sexszene, die aber durch ein klingelndes Telefon unterbrochen wird.
Wie heiss diese Szene ist kann, man
am Gesichtsausdruck des Mannes
doch sehr gut ablesen.


 Am Rohr ist Nathalie und siehe da, Bausatzfigurs Bückstück ist Nathalies beste Freundin Mia (die Welt ist ein kleines Dorf). Die beiden haben allerdings eine Begrüssungssequenz, die mich sehr verwirrt.

Mia sitzt auf der Bettkante mit dem Telefon am Ohr, Bausatzfigur liegt hinter ihr:

Nathalie: "Hey Mia, what are you doing?"
Mia: "What does it sound like I'm doing?"

Ähm, was!?!? Du sitzt neben 'nem Typen auf  'nem Bett! Sitzen hört man nicht. Man hört auch nicht, dass ihr halb nackt seid. Man hört ja nicht mal, dass du nicht alleine bist, denn Bausatzfigur gibt keinen Mucks von sich. Ich würd's ja verstehen, wenn du auf dem Typen hocken geblieben wärst und ihr schwer atmen und stöhnen tätet, aber so...!?!?!?!?!

Nichtsdestotrotz verabredet man sich zum Double-Date im Kino und Mia sagt Rick bescheid (Rick!!! Er heisst Rick! Bausatzfigur fand ich schöner. Rick heisst er!).

Nachdem wir bei einer Konferenz miterleben durften, dass Rod und Ricks Firma auch einen Milliardenverkauf bewerkstelligt hat, was fette Provisionen für alle bedeutet, und Rod Rick erzählt, er würde davon gerne eine Firma für Solaranlagen gründen (läuft übrigens super. Rod bekommt direkt beim ersten Anlauf 10 Mio. $ an Subventionen), geht unser Vierergespann in's Kino. Und was steht auf dem Programm? Der Sommerblockbuster des Jahres "The Inconvenient Truth". Der Dokumentarfilm des Ex-Vize-Präsidenten Al Gore über globale Erwärmung. (Man, ich wünschte, den hätte ich im Kino gesehen. Soll ja das reinste Actionspektakel...Zzzzzzzzz....) Rick jedenfalls will jetzt keinen Ferrari mehr sondern ein Hybridauto, und er und Mia verabschieden sich weil sie noch ficken wollen (nicht in dem Wortlaut, aber darauf läuft's hinaus).

Und wer schon gedacht hat, für einen Film mit dem Titel "Birdemic: Shock and Terror" kommen reichlich wenig Vögel, Shocks oder Terror vor, Geduld! Der Film läuft doch erst seit 40 Minuten.
Denn bei Nathalies und Rods nächstem Date auf dem örtlichen "Kunst & Kürbis Festival" (nein, das habe ich mir nicht ausgedacht) entdecken sie, beim anschliessenden Strandspaziergang, einen verendeten Vogel. Rod hält Nathalie davon ab den Vogel zu berühren und muss, als Strafe vermutlich, ihre Mutter kennen lernen, oder so. Ich weiss nicht, ich habe Schmerzen vom gucken.


Hey, wer hat schon wieder den Pappadler
auf meinen Bildschirm geklebt?...Special Effect?
Ja klar!

"Warum wir hier unser Date haben?
Weil wir's uns jetzt leisten können, Schatz!"













Es folgt ein weiteres Date. Diesmal in einem Pub. Was sagt ihr? ihr langweilt Euch? Wegen der ständigen Wiederholungen? Ach, haltet die Klappe!
Nachdem nämlich beschlossen wurde, dass man die Zukunft miteinander verbringen möchte, darf Rod auch endlich mal ran, war ihm nämlich bisher verwehrt geblieben.

Victoria's Secret Model?
Na, das lasse ich nochmal durch gehen...

...aber nicht mit diesen dreckigen Quanten, Fäulein!








 





Dieses Junge Pärchen wollte nur eine schöne Nacht in einem Motel miteinander verbringen, aber was am nächsten Tag geschah war einfach unglaublich.................ach, Scheisse. Ich habe vergessen irgendwas auf einem Foto rot einzukringeln.

Da ich die Ereignisse des nächsten Tages und den Axthiebmässigen Schnitt, der sie begleitet, nicht in Worte fassen, oder bebildern kann, solltet ihr es euch einfach hier selber ansehen. Ich warte so lange.

Gesehen? Wahnsinn, oder? Kamikazevögel!!! Diese Szene findet im Film genau so statt.
Endlich, Vögel, Schock und Terror.

Nat und Rob türmen in ein anderes Zimmer und treffen dort auf ein weiteres Pärchen. Ramsey und seine Freundin, die, aufgrund des genialen Schnitts, wohl Beckycky heisst. Von mir aus!
Man beschliesst, gemeinsam in Ramseys Van zu verschwinden, was zur wohl berüchtigsten Szene des Films führt. Auch die möchte ich euch nicht vorenthalten. Hier Bitte! Ich warte wieder.

Fertig? Drahtbügel!!! Genial!

Gott sei dank hat Ramsey jede Menge Waffen im Van. Von der Pistole bis zum Maschinengewehr, also das durchschnittliche, amerikanische Familienwaffenarsenal.
Von nun an kämpfen sich unsere tapferen Recken durch die Lande, ballern auf die miesesten CGI-Vögel der Filmgeschichte, die zudem so weit weg sind, dass man sie eh nicht treffen kann. Das Ramsey wohl Ex-Marine ist, wie man später noch erfährt, weil er der mieseste Schütze der Welt ist, hilft auch nicht. Man rettet zwei Kinder, die sich natürlich als absolute Kackbratzen entpuppen, kaum dass sie verbunden sind.


Kackbrazikus Infantilus
Man ist also zu sechst und muss sich nun eindecken mit so vielen Vorräten wie möglich. Wer weiss, wie lange die Vogelpokalypse dauert. Und dann muss man alle besorgten Vorräte sofort bei einem Picknick wieder verfressen. Was!? Na schööööön!
Wenigstens trifft man dabei auf Dr. Jones, der zufälligerweise Ornithologe ist, obwohl ich schwören könnte, er sagt die ganze Zeit Orthologe, der unseren Recken die Situation erklären kann. (Ein Vogelkundler. Die Welt ist ein Häuserblock.)
Und jetzt kommt's, die globale Erwärmung sorgt dafür, das Organismen in ihrem Lebensraum nicht mehr überleben können, aussterben, und deswegen als Futter für andere Spezies ausfallen. Deswegen versuchen die Vögel jetzt Menschen zu essen! Ich lass das mal so stehen.
Dr. Jones versichert aber, er habe keine Angst, denn der Mensch sei das wahre Monster (Da ist es wieder. Dieses Gefühl, dass irgendwer mir irgendwas sagen will.).
Ach ja, Beckycky wird beim in's Gebüsch kacken von einem Vogel attackiert, auf den Nathalie sofort ballert...während er auf Beckycky sitzt. Sie wird später behaupten der Vogel hätte Beckycky gekillt, aber ich denke ihr kennt die Wahrheit.
Was soll's. Die Trauer währt nicht lange, denn bald gilt es ein paar unschuldige Menschen, die sich in einem London-Doppeldecker-Bus sicher vor den Killervögeln verschanzt haben, aus dem Bus heraus und in den sicheren Tot zu führen...ähm, ich meine natürlich zu retten. Es ist also an Ramsey die Opfer, unter lautem "Ich will nicht hier raus!!"-Geschrei, mit Waffengewalt aus dem sicheren Bus zu schleifen. Das klingt jetzt übertrieben, aber genau so passiert's, und, was soll ich sagen, es kommt, wie's kommen muss, alle gehen drauf, inklusive Ramsey! Man ist also wieder zu viert. Obwohl ich finde, es hat die Falschen erwischt (ja, ich meine euch ihr Arschlochkinder).


Dead Men Waiting






Die Bratzen haben schon wieder Hunger, also heisst es wieder Fresschen kaufen und am besten tanken, denn der Sprit hält ja nicht ewig. Inzwischen kostet die Gallone Sprit aber hundert Dollar und deshalb stösst der Redneck, der versucht unserer Möchtegernfamilie den eben erworbenen Treibstoff abzujagen, auf wenig Gegenliebe. Ein vorbeifliegender Adler killt den Redneck und unsere Helden rasen davon (das heisst, sie wären schneller, wenn sie den Van schieben würden), und lassen den Benzinkanister stehen. Wenn ich mir überlege, dass diese Intelligenzverweigerer vielleicht die Erde wieder bevölkern müssen...

Ein wenig später kommt unsere Bande noch zufällig an Mais Auto vorbei (ok, die Welt ist wohl eine 2-Zimmer-Wohnung), in dem Rick und Mai äusserst unlebendig rumlungern. Hätte nicht gedacht, dass wir die beiden überhaupt nochmal wieder sehen würden.

Zu guter letzt landen unsere Helden mal wieder am Strand und versuchen aus gesammelten Algen und einem gefangenen Fisch ein Mahl zu zaubern. Und diese bekackten Kinder haben nichts besseres zu tun, als zu brüllen : "Ich will ein Happy Meal!". Und während ich mir noch wünsche, dass die Killervögel diese Scheissblagen bei ihrem finalen Angriff massakrieren, brechen diese die Attacke grundlos ab und fliegen davon. Einfach so. Und während Nathalie sich noch fragt warum rollt auch schon der Abspann über's Bild.

THE END

Irgendwie unbefriedigend, oder? Aber vielleicht erhalten wir die Antwort in der Fortsetzung von 2013. 

BIRDEMIC: THE RESURRECTION
(kein Witz...leider) 





Ich finde...
...jeder, der diese Besprechung zu Ende gelesen hat gehört beglückwünscht. War sicher nicht leicht. Danke für die Aufmerksamkeit. Aber glaubt mir, gucken war schlimmer.
Ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll. Die Fragen, die in der Einleitung stehen, sind ja nur die Spitze des Eisberges. Wie dieses Werk zustande gekommen ist, ist mir wirklich ein Rätsel, und wenn man bedenkt, dass der Regisseur James Nguyen vier Jahre gebraucht hat um den Film fertig zu stellen, kann man nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.
Ich mach's mir leicht, und zähle einfach auf, was alles furchtbar ist an dem Film.
Die Kameraführung ist katastrophal, vor allem auch, da es wahrscheinlich nur eine Kamera gab. Das Bild auf VHS Niveau, die Schnitte sind wohl mit dem Trennjäger gemacht, der Ton ist so schlecht, dass ganze Gespräche nicht zu verstehen sind (es gab wohl nur das Mikro an der Kamera), Regie hat vermutlich nicht statt gefunden und das ganze ist, sowohl vom Pacing her als auch von der dramatischen Struktur, ein einziges Desaster. Die Worte, die man bräuchte um die unterirdische Qualität der "Special Effects" zu beschreiben, müssen erst noch kreiert werden.Deshalb schlage ich vor, "birdemisch" in den Duden aufzunehmen.
Die Darsteller machen das ganze noch schlimmer. Allen voran Alan Bagh als Rod. Er macht nichts anderes als auswendig gelernte Texte herunter zu beten und das schlecht. Er scheint nie zu wissen welche Emotionen die Situation verlangt, und selbst wenn er's wüsste, würde er's wohl kaum ausdrücken können. Ich sehe ein, dass es schwer ist, den Zusammenhang eines Drehs zu behalten, wenn man 7 Monate lang nur am Wochenende dreht, aber jeder "Familien im Brennpunkt" Darsteller hätte das besser hinbekommen als Bagh. Und der Mann ist die Hauptfigur. Übel!
Die anderen Pappnasen sind alle nicht besser, ausser Whitney Moore (Nathalie). Sie gibt sich solche Mühe natürlich zu wirken und ihrer Figur einen gewissen sweet-girl-next-door Charme zu verleihen, und über weite Strecken gelingt ihr das sogar. Leider ersticken alle ihre Kollegen ihre Bemühungen im Keim. Arme Whitney.
Über die Kinder schweige ich hier.
Mit am meisten nervt allerdings Nguyens krampfhaftes bemühen, allem und jedem einen ökologischen Zusammenhang zu geben.

Gibt es überhaupt etwas gutes an dem Film? Durchaus. Die Prämisse, dass Raubvögel aus Nahrungsmangel auch Menschen angreifen, ist nicht die dümmste. Hitchcock hatte keine für seine "Vögel", die ja auch offensichtlich Vorbild für "Birdemic" waren. Hätten fähige Leute den Stoff in die Hände gekriegt, ohne ökologisches Missionarstum, hätte das sogar was werden können. Leider ist dieser Film einfach so dilettantisch in seiner kompletten Machart, dass nichts mehr zu retten ist.
Dennoch hat der Film über die Jahre, ähnlich wie "The Room", eine grosse Fanbase erlangte, die "Birdemic" kultisch verehrt. Ich kann verstehen warum. Ein guter Trashfilm zieht seine Faszination aus der Tatsache, dass er, in so vielen Belangen wie möglich, miserabel ist, aber keiner der Beteiligten das wahr zu nehmen scheint. Ganz im Gegenteil. Die Meisten halten das Werk oft für ein künstlerisches Meisterwerk und präsentieren alles toternst, und das ist dann unfreiwillig komisch. Das wünscht sich ein Trashfan wie ich, und "Birdemic" erfüllt alle diese Punkte mit Leichtigkeit und macht folglich Riesenspass.

Fazit: Trashologen müssen "Birdemic"gucken. Ihr werdet es mir danken. Alle, die nur gute Unterhaltung wollen, geht weiter Michael Bay Filme gucken. Die sind auch Schrott, sind aber wenigstens gut gemacht.


Zensurinfo:
Nichts zu vermelden.

Mittwoch, 28. Mai 2014

SCHNAPPSCHUSS: Godzilla (2014)

Der Film:
Dr. Serizawa und sein Team entdecken auf den Philippinen eine prähistorische Lebensform inklusive zweier Gebilde, die so etwas wie Eier sein könnten. Ein Nachkomme scheint geschlüpft und in Richtung Japan entkommen zu sein. Die seismischen Aktivitäten, die dieses Wesen bei seiner Reise verursacht, führen in dem Kraftwerk, in dem das Ehepaar Brody arbeitet, zum Super-GAU, bei dem Sandra Brody um's Leben kommt.
Zerfressen von Schuldgefühlen versucht Joe Brody, auch noch fünfzehn Jahre nach dem Unglück, herauszufinden, was die Ursache für die totale Zerstörung des Kraftwerks war. Nach vielen Querelen über die Jahre, die auch zur Entfremdung seines, inzwischen erwachsenen, Sohnes Ford führten, erfährt er, dass das Wesen, genannt MUTO, sich von Strahlung ernährt und nach Jahren unter der Erde an die Oberfläche zurückkehrt. Der Grund? Ein weiteres MUTO ist aus dem totgeglaubten Ei geschlüpft, vermutlich ein Weibchen, und die Natur ruft. Aber es kommt noch schlimmer. Eine weiteres noch grösseres Wesen, welches sich von Strahlung ernährt und bereits 1954 erwachte, erscheint, nach jahrelangem Totschweigen durch die Regierungen, wieder auf der Bildfläche. GODZILLA IST ZURÜCK UND ER IST AUF DER JAGD!! In San Francisco wird der Showdown stattfinden, und nun ist es an Joe, Ford und Dr. Serizawa den unvermeidlichen Schaden zu begrenzen.






Ich finde...
...diesen Film grossartig. Ich bin nicht mal ein besonders grosser kaiju eiga Fan, wie das Genre des Monsterfilms in Japan heisst, aber ich habe trotzdem zahlreiche Godzilla, Gamera und Mothra Filme gesehen. Diese Filme haben einen Charme und einen Unterhaltungswert, dem ich mich nie entziehen konnte, auch weil mich die japanische Kultur und ihre Auswüchse seit meiner Kindheit faszinieren.
Als die ersten Ankündigungen im Netz auftauchten war die Skepsis natürlich gross, nach dem 1998er Roland Emmerich Desaster. Aber für frohen Mut sorgte auf jeden Fall die Tatsache, dass man bald die ersten Abbildungen der Silhouette des Monsters zu sehen bekam und nach einem einzigen Blick klar war, das ist Godzilla! Da brauche ich keine Titeleinblendung für. Mit jedem Teaser und Trailer wurde die Vorfreude geschürt. Ich musste diesen Film sehen und ich musste ihn im Kino sehen und was soll ich sagen, DAS WAR DER WAHNSINN!!!!!
Wie jeder andere Kinokult wird auch dieser Film die Geister scheiden, und das muss auch so sein, denn der Film hat seine Schwächen. Der Anfang ist etwas behäbig und Bryan Cranstons (Joe Brody) Rolle ist nicht so gross, wie die Promotionmaschine uns glauben machen wollte, aber er legt alles hinein, was er zu bieten hat. Juliette Binoche (Sandra Brody) trifft es noch  schlimmer. Ihr Anteil ist nur ein besserer Cameo-Auftrit. Ich weiss nicht so recht, was ich von Aaron Taylor-Johnson (Ford Brody) und Elizabeth Olsen (Elle Brody) halten soll, denn sie haben nicht viel mehr zu tun, als auf die Geschehnisse zu reagieren. Da kriegt man als Schauspieler nicht viel mit auf den Weg. Und ja, auch als britischer Regisseur kommt Gareth Edwards nicht umhin dem amerikanischen Pathospatriotismus zu füttern. Dem Finanzier muss man halt Leckerlis hinschmeissen.
 Alle Godzillafilme versuchen menschliches Identifikationspotenzial zu erschaffen. Hier ist die menschliche Seite leider etwas zu langweilig gestaltet. Bis auf Cranston sind die Charaktere einfach nicht sehr interessant.
Aber wen interessiert das alles. Wir wollen GODZILLA und, beim Gott der Gummimonsteranzüge, den kriegen wir auch! Edwards verpasst dem Monster eine Modernisierung ohne ihm seine Persönlichkeit zu rauben. Ich hatte den Eindruck, dass die Monster absichtlich so designt waren, dass, obwohl es CGI-Meisterwerke sind, trotzdem Männer in Gummianzügen sie hätten spielen können. Das ist, meiner Meinung nach ein Hauptschlüssel zur Charmeerhaltung des Franchises. Ausserdem wählt Edwards Kamerafahrten durch die Stadt und Einstellungen, die in mir sofort Assoziationen zu Animeklassikern wie "Akira" hervorriefen. Gerade Ken Watanabe (Dr. Serizawa) wählt Auftritte, die einfach unvergleichlich japanisch anmuten.
Die Monsterschlacht ist einfach nur geil und vereint alle Markenzeichen, die man sich als Fan wünscht, möchte ich behaupten. Und Obwohl ich eigentlich kein grosser 3D-Fan bin, bietet dieser Film einige Effekte, die ich so noch nie gesehen habe, und die mich sehr beeindruckt haben.
Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist ausserdem, dass meine Freundin, die ich mitgeschleppt habe, zwischendurch, sinngemäss, äusserte "Was für ein Blödsinn, aber krass gemacht!"  Ich erinnere mich ähnliches geäussert zu haben, als sie mich in "Breaking Dawn Part 2" geschleppt hat. Unsere Welt ist also in Ordnung. ^^
Ich glaube zum ersten mal, in unserer fortsetzungsgeplagten Filmwelt schreie ich GODZILLA 2? OH JAAA, BIIIIIIIITTE! SCHNELL!!! (Aber nicht zu schnell, das drückt meistens die Qualität.)




Mittwoch, 6. November 2013

Over the Top 1987













 

Cast:

Sylvester Stallone..........Lincoln Hawk
Robert Loggia................Jason Cutler
David Mendenhall..........Michael Cutler
Rick Zumwalt...............Bob 'Bull' Hurley
Susan Blakely..............Christina Hawk

Regie: Menahem Golan


Einleitung:

Eins ist schonmal von vorneherein klar. In einem Film-Review-Blog, der von mir verfasst wird, gibt es kein vorbeikommen an Sylvester Stallone!!! Zwei Filme lang konnte ich das Unvermeidliche hinaus zögern, aber jetzt muss es geschehen. Ich werde mich zwar immer noch nicht den offensichtlichen Wahlen zuwenden, die da wären Rocky, Rambo und The Expendables, aber auch das wird früher oder später geschehen. Bereitet euch mental schon mal darauf vor.
Zunächst gibt es aber andere Stallone-Vehikel denen ich mich widmen möchte, und eines der wichtigsten unter ihnen hat nun auch den Weg in mein DVD-Regal gefunden. Ein nostalgiegeschwängertes Werk aus der
"Cannon Films" Schmiede, als sie unter der Führung von Menahem Golan und Yoram Globus firmierte. Namen, die Kindern der Achtziger Freudentränen entlocken. Ein Film, über den Stallone einst zu berichten wusste: "Menahem Golan hat mir solange mehr Geld geboten, bis ich mir gesagt habe, was soll's. Den Film wird eh keiner sehen."
Ich präsentiere: "Over the Top"


Inhalt:

Lincoln Hawk, der männlichste aller männlichen Männer, ist auf dem Weg. Er ist auf dem Weg in seinem männlichen Truck (Als Kind dachte ich, das wäre der coolste Truck überhaupt. Nachträglich betrachtet ist das Ding 'ne ganz schöne Rostlaube), während im Hintergrund Robin Zanders (Cheap Trick) brüchige Stimme "In This Country" zum besten gibt (Patrioten Rock Deluxe...komponiert von einem Italiener...ach, Giorgio Moroder wir lieben dich).


Wie das alles 80er schreit...riesig!
Ich kann die Männlichkeit förmlich riechen.
Riecht irgendwie nach Schweiss!?!?













Sagt was ihr wollt, wir Kinder der 80er haben die Geschichten vom "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" noch geglaubt und ich bin gerade wieder acht Jahre alt, sitze vor dem Fernseher und freue mir ein Loch in den Bauch. Stallonesche Nostalgie pur. Oh yeah!

Direkt zu Anfang werden wir verwöhnt mit einer Montage, die uns klar macht, dass Hawk auf dem Weg zur Abschlussfeier einer Militärschule ist (wie MikeJ so schön sagt, in den 80ern war es wohl illegal, Filme ohne Montagen zu drehen). Um nicht so aufzufallen, putzt Hawk sich nochmal heraus, clipt seine schönste Krawatte an und poliert sogar nochmal seinen Falken (ich gebe zu, ich hab's drauf angelegt, aber ich meine natürlich seine Kühlerfigur).
Auf der Feier sehen wir immer wieder das gleiche Backpfeifengesicht, dass irgendwie nicht so richtig Spass an der Sache hat und obendrein noch völlig alleine zu sein scheint. Wenigstens hat sein Grossvater eine Limousine geschickt, die ihn nach Hause bringen soll. Kurz bevor er einsteigen kann, wird er in's Büro des Obermotzes zitiert und wer steht da? Natürlich Hawk und wir erfahren so einiges.
Das Backpfeifengesicht hört auf den Namen Michael Cutler und ist Lincoln Hawks Sohn.
Kadett Backpfeife...
Er ist jetzt zwölf Jahre alt und hat seinen Vater seit über zehn Jahren nicht gesehen, da dieser die Familie damals verlassen hat. Michael ist bei seinem Grossvater, Jason Cutler, aufgewachsen.
Nun hielt seine schwer herzkranke Mutter Christina es für eine gute Idee, dass Lincoln Michael aufgabelt, wenn er sie im Krankenhaus besucht. Es steht nämlich eine wichtige OP an, und so könnten die beiden sich doch ein wenig kennen lernen während der mehrtägigen Fahrt. Grossvater darf davon natürlich nichts wissen. Das lässt natürlich vermuten, dass der Herr Grossvater nicht ganz unschuldig daran war, dass Lincoln damals abgehauen ist (Kurz gesagt, Opa dachte Töchterchen hat was besseres verdient und vergraulte Lincoln. Wie genau wird eigentlich nie richtig erklärt, interessiert ja aber auch keinen.).
Nun möchte man meinen, dass der Grossvater seiner schwer kranken Tochter, vor der grossen OP, wohl kaum den Wunsch abschlagen könnte, dass ihr Mann seinen Sohn kennen lernt. Aber erstens hätten wir dann jetzt keinen Konflikt, und damit auch keine Handlung, und zweitens ist Opa wohl aufgefallen, dass seine Limousine leer zurück gekehrt ist. Darauf ruft er seine Tochter im Krankenhaus an, stellt sie zur Rede und macht sie richtig für ihre Aktion zur Sau. Mit dem ganzen "Was hast du dir dabei gedacht!", "Wie konntest du das tun!" und "Ich werde das nicht zulassen. Michael gehört mir!". (Robert Loggia macht sich hier, mit der ersten Szene in der wir ihn sehen, zu einem der grössten Kotzbrocken der Filmgeschichte. Das muss man erst mal schaffen.)
...und Opa Kotzkrücke.

Michael findet den Gedanken, mit einem wildfremden Mann mehrere Tage alleine, in einer Vierzig-Tonnen-Schrottschüssel, durch die Lande zu tuckern auch nicht so prall. Aber wenigstens er weiss, was Muttern sagt, wird gemacht. Also, auf geht's. Reden will der Rotzlöffel aber nicht.
Männliche Männer mit verwöhnten Bengeln an Bord, sind ganz schnell hungrige Männer. Also folgt der erste Boxen-Stop und nachdem sich Lincoln erstmal eine Lektion über Ernährung von seiner Brut anhören musste, haut ihm eine aufgepumpte, wandelnde Mantamatte auf die Schulter und stellt sich als 'Smasher' vor. "Das is'n schöner Name!" meint auch Hawk, und man verabredet sich zum Duell im Hinterzimmer. Wer jetzt, von den unwissenden Lesern, genau wie Michael, eine wilde Schlägerei im Hinterhof erwartet, wird eines besseren belehrt. Es ist viel cooler. In bester Drittklässler-Manier regeln wahre Männer ihre Konflikte nämlich mit... ARMDRÜCKEN!!!
So wie es aussieht ist Lincoln Hawk nämlich der König der Hinterzimmer-Armdrück-Trucker (Wusste auch nicht, dass diese Szene existiert...tut sie wahrscheinlich auch nicht, aber wen interessiert's.), und folglich smasht er den Smasher.
Und wie der Zufall es so will, betritt just in diesem Moment ein Panzer von einem Mann, der auf den Namen "Bull" Hurley hört, eben jene Kaschemme, in der sich unsere Miniproblemfamilie aufhält.

Grosse Ereignisse werfen
ihre massiven Schatten voraus.
Er versucht Hawk zu überreden, sofort gegen ihn anzutreten und nicht bis Las Vegas zu warten. Dort findet nämlich ein grosses Arm-Wrestling Turnier statt, bei dem man eine ordentliche Stange Geld gewinnen kann und, wie der Zufall erneut so will, einen coolen neuen Truck. Hawk lässt Bull wissen, dass er sich noch gedulden muss (Sehr vernünftig, auch wegen der Verletzungsgefahr und so...).
Michael sieht seinen Vater jetzt mit anderen Augen, er weiss nur noch nicht mit welchen. So besonders das erlebte Spektakel auch für ihn war, hält er seinen Vater immer noch für einen muskelbepackten Trucker-Hohlkopf. Wie sich herausstellt, hat sein Grossvater ihn auch mit schönen Lügengeschichten geimpft. Aber das sind alles keine Konflikte, die eine gemeinsame Nacht im Truck, und eine gepflegte Trainingsmontage am nächsten Morgen, nicht vergessen machen könnte.

Und schon sind wir an der nächsten Raststätte. Nun ist es an Michael seine Armdrückfähigkeiten zu erproben, und wenn man sich den Jungen ansieht, den Hawk als Gegner auswählt, wünscht man sich doch es würde um's Boxen gehen. Michael ist zwar ein Backpfeifengesicht, aber diese Visage eignet sich nur für einen Job im Radio. Aber seht selbst...
 
"Ha, das war gar nicht mein Vater.
Das war meine Mutter!"




"Ich habe deinen Vater eben gesehen.
Von dem hast du also
deine Hackfresse geerbt."















Nach einer verlorenen ersten Runde und einer Inspirationsrede á la "Es ist egal, wie oft du zu Boden gehst. Wichtig ist, dass du immer wieder aufstehst!" (Ich weiss, ich bin im falschen Film, aber glaubt mir, der wahre Inhalt kommt auf's gleiche raus.), gewinnt der Kleine natürlich gegen die grössere Antlitz-Fehlkonstruktion die nächsten zwei Runden.

Was uns jetzt noch fehlt, in dieser Familiensaga, ist das Drama, und das folgt nun auf dem Fusse. Mutter überlebt die Operation nicht und Vater und Sohn kommen natürlich zu spät, um sie wenigstens noch ein letztes mal zu sehen. Der Schuldige ist schnell gefunden und nachdem Michael Lincoln unmissverständlich klar gemacht hat, dass er doch der Nichtsnutz ist, für den ihn alle halten, kehrt er zu seinem Opa zurück.
Lincolns leichte Überreaktion auf die neue Situation hilft da auch nicht gerade. Gut, Opa hat zwischendurch ein paar mal versucht den kleinen von Schergen entführen zu lassen, aber deswegen mit dem Truck direkt in die Eingangshalle von Cutlers Villa zu crashen ist dann wohl eher kontraproduktiv. Michael ist nicht überzeugt und Lincoln landet im Knast. Die Gunst dieser Stunde nutzt der Grossvater natürlich und lässt seine rechtlichen und pecuniären Muskeln spielen. Soll heissen, Opa lässt die Klage fallen, wenn Lincoln das Sorgerecht abtritt. Lincoln muss sich darauf einlassen, denn schliesslich steht ja noch der grosse Wettkampf in Las Vegas an, und wenn er sein Leben schon nicht für seinen Sohn neu beginnen kann, dann wenigstens für sich selbst.
Lincoln fährt nach Las Vegas, verkauft seinen Truck, um auf sich selbst zu wetten (Na, wenn das mal gut geht.), und stellt sich den anderen bedrohlichen, durchtrainierten Top-Athleten.

...und die durchtrainierten Top-Athleten.
Die bedrohlichen...












Währenddessen findet Sohnemann in einer Kommode unzählige Briefe, die sein Vater ihm in den Jahren der Abwesenheit geschickt hat, die aber alle, vom treu sorgenden Grossvater, abgefangen wurden. Das ändert natürlich alles. Michael schmeisst sich in sein bestes Las Vegas-Outfit, wenn Las Vegas die Hauptstadt des Golfens wäre, klaut Opas Pick-Up und macht sich auf den Weg seinen Vater beim Kampf David-Lincoln gegen Goliath-Bull zu unterstützen (Na, dass es soweit kommen wird, war doch eh klar, oder?).

Wird er diesmal rechtzeitig ankommen? Wird der Underdog das Turnier für sich entscheiden und Sammy Hagars "Winner Takes it all" sich bewahrheiten, oder müssen sich Vater und Sohn ein schönes, neues Leben unter einer schönen, neuen Brücke aufbauen? Naja, es ist ein Stallone-Film aus den Achtzigern, was glaubt Ihr?


Muskelmänner, die sich mit Unmengen von Babyöl einschmieren
findet man am häugigsten...
a)...auf türkischen Volksfesten.
b)...im Darkroom.
c)...in Stallone-Filmen.



 



Ich finde...

...es immer schwierig Filme, die man als Kind grossartig fand, mit dem Abstand des fortgeschrittenen Alters, zu bewerten. Natürlich ist der Film ein Produkt seiner Zeit. Das zeigt sich in jedem Bild, jeder Einblendung, jedem Song und jeder Klamotte. Er folgt einer, bis zum erbrechen ausgereizten, Schablone der Underdog-Story mit privaten Hintergrundproblemen. Es lässt sich fast zu jeder Szene eine vergleichbare Szene der Rocky-Saga heranziehen.
Dennoch folgt hier mal wieder ein grosses ABER! Der Film nimmt eine Ausnahmestellung in der Filmgeschichte ein. Fast jeder denkbare Sport hat bisher mehr als eine filmische Behandlung erfahren, aber "Over the Top" ist, soweit ich weiss, der einzige, der Arm-Wrestling zum Thema hat. Die Tatsache, dass der Film es schafft, einen "Sport", bei dem zwei Parteien an einem Tisch stehen und versuchen sich gegenseitig die Arme niederzuringen, spannend einzufangen, kann sich Regisseur Menahem Golan dick auf die Fahnen schreiben. Die Stallone-Underdog-Schablone war damals auch noch nicht so ausgereizt und...die Schauspieler machen ihren Job gut. Sie kriegen nicht besonders viel mit auf den Weg, aber sie machen das beste daraus.
Der leider viel zu früh verstorbene Rick Zumwalt bringt nicht nur eine enorme physische Präsenz mit, sondern gestaltet seinen "Bull" Hurley zuweilen wie ein Tier. Er reisst die Augen auf, brüllt und grunzt sich durch den Wettkampf, das es eine Wonne ist. Ich hatte als Kind richtig Angst vor dem Kerl und jeder meiner Altersgenossen kennt "Bull" Hurley.
Robert Loggia braucht eine Szene bis wir ihn hassen. Der Mann ist ein verdienter Profi und spielt dankenswerterweise nicht im Autopilotmodus, wie viele seiner Kollegen, die in Filmen unter ihrem Niveau spielen, das oft tun.
Auf David Mendenhall, der Slys Sohn spielt, wurde über die Jahre übel rungehackt. Er bekam in dem Jahr sogar die goldene Himbeere verliehen. Ich finde zu unrecht. Es stimmt, das die meisten Kinderdarsteller unerträglich Nervbacken und häufig Nichtskönner sind. In diesem Fall soll das aber auch so sein, zumindest was die Nervbacke angeht. Michael Cutler ist ein verwöhnter, verweichlichter, besserwisserischer und vor allem, pubertierender Rotzlöffel. Mendenhall erfüllt das mit Bravour. Man möchte ihn manchmal einfach nur schlagen und leidet aber auch mit ihm, als beispielsweise seine Mutter stirbt. Der Junge konnte was, nur leider keine Karriere darauf aufbauen.
Und Sylvester Stallone ist Sylvester Stallone. Er weiss, dass er Sylvester Stallone ist und das seine Fans Sylvester Stallone sehen wollen. Er wird immer Sylvester Stallone sein. Und das ist auch gut so.
Er hat selber gesagt, dass er dieses ganze "sich-in-den-Charakter-hineinfühlen" nie verstanden hat und auch nicht kann. Trotzdem finde ich, er stellt sein Licht ein wenig unter den Scheffel. Er wird nie ein Gary Oldman oder Marlon Brando sein (Bis auf das genuschel vielleicht.), aber ich sehe es Sly an, wenn Sly sich schämt, verwirrt, verzweifelt oder wütend ist, und das ist mehr, als ich von Betonfressen wie Schwarzenegger, Seagal oder Norris behaupten kann. Ich bin einfach ein Fan und der Meinung, unter den ganzen reinen Action-Nasen ist er nicht der unbegabteste, egal was seine Razzie-Rekorde behaupten.
"Over the Top" ist ein Unikum. Der Film ist ein schönes Zeitzeugnis, mit einem tollen Soundtrack, das einem den Sonntagnachmittag versüssen kann.
Stallone hat sich über die Jahre selbst zur Kunstfigur erhoben, da er sich auch selber nie wirklich ernst genommen hat, wie ja auch "The Expendables" eindrucksvoll beweist.
Vor allem ist der Mann clever, mit dem Gespür für den richtigen Zeitpunkt. Wer hätte es sonst geschafft, die ganzen abgehalfterten Action-Helden, auch für die neue Generation, wieder cool werden zu lassen.

Ich lebe jedenfalls in einem dualen Action-Gott System. Ich huldige dem allmächtigen Sly UND dem geduldigen Dolph!!!


Zensurinfo:

Nix zu vermelden. Familienfilm mit FSK 12.

Mittwoch, 23. Oktober 2013

Alien vs. Zombies (The Dark Lurking) 2009















Cast:

Tonia Renee............Lena
Bret Kennedy..........Michaels
Ozzie Devrish..........Kirkland
Roslyn van Doorn....Yutani
Dirk Foulger............Konieg
Anthony Edwards....Dare
Davyd Williams........Canning
Cassia Rosenstraus...Jen

Regie: Gregory Connors



Einleitung:

Es gibt in der Filmbranche universelle, unumstössliche Weisheiten. Dazu zählen vor allem, dass von mir oft zitierte: "Everything is better with Ninjas!" und "Besser als ein Film mit einem Monster, ist ein Film mit zwei Monstern!".
Der letzteren Weisheit folgen die Studios seit jeher, und das Resultat sind sowohl frühe Werke wie "Frankenstein meets the Wolfman" (1943), japanische kaiju eigas wie "Godzilla vs. alles, was nicht bei drei auf dem Kirschbaum ist", als auch Streifen der jüngeren Geschichte wie "Freddy vs. Jason" (2003) oder "Alien vs. Predator" (2004).
Letzterer hat eine Flut von "X vs. Y"- Filmen nach sich gezogen, von Trittbrett-Firmen wie z.B. The Asylum und Konsorten, die einige kuriose Perlen zu Tage gefördert hat. Gerade das "Alien" musste häufiger herhalten, als es verdient hat, auch wenn die jeweiligen Darstellungen meist nichts mit der H.R. Giger Ikone gemein haben (siehe "Alien vs. Hunter", "Alien vs. Ninja", "Aliens vs. Avatars"). Gemeinsam haben diese Filme, dass sie meistens sehr billig, nicht gut, aber häufig sehr unterhaltsam sind. Wobei es auch einige Produktionen gibt, die ursprünglich, zumindest vom Titel her, gar nicht versucht haben auf diesen Zug aufzuspringen, aber vom deutschen Vertrieb nachträglich einen Namen gebastelt bekommen, der die entsprechende Klientel locken soll.
Mit einem dieser Vertreter möchte ich mich auseinandersetzen. "The Dark Lurking" ist 2009 in Australien produziert worden und hat den tollen deutschen Titel "Alien vs. Zombies". Wollen wir doch mal sehen, was der Film so hergibt und ob der deutsche Titel irgendeine Rechtfertigung erhält (Wahrscheinlich nicht.).


Inhalt:

Der Weltraum. Unendliche Weiten. Wir befinden uns in einer fernen Zukunft...was wir nicht glauben können, denn das CGI-Raumschiff, welches wir präsentiert bekommen, sieht aus, wie aus einem Videospiel, das mindestens 10 Jahre auf dem Buckel hat.
Deswegen schneller Schnitt auf die Brücke, auf der sich gemeine Soldaten (die mit schwarzem T-Shirt, Waffen und futuristischer Atemmaske) und höhere Offiziere (nur schwarzes T-Shirt) tummeln.
Ja, das ist ein Tapedeck rechts
hinter dem Soldaten aus der Zukunft.
Es geht ein Notruf ein (von wo auch immer) in dem ein schreiender Mann irgendetwas von Evakuierung, Mutationen, und "Scheisse, was habt ihr getan?" hysteriert. Die Verbindung reisst ab und der Captain befiehlt, alles (was auch immer "alles" sein mag) sofort zu versiegeln und bumms, befinden wir uns in einem knallweissen Raum, in dem eine anemisch aussehende Brünette auf einem Labortisch liegt (Ich bin verwirrt. Sind wir noch auf dem Schiff, oder da wo "alles" ist? Oder ganz wo anders?).



Weiss, Schaumolweiss.
Das ist noch etwas weisser als weiss.
Die junge Dame, die mich an die Sängerin von Silbermond erinnert, weshalb ich sie auch erstmal so nennen werde, erhebt sich und aus dem Boden fährt ein mannsgrosser Plexiglaszylinder. Während Silbermond verzweifelt versucht zu spielen, dass sie nicht weiss wo sie ist, entschliesst sie sich erstmal in den Zylinder zu steigen. Jener ist nämlich eine Dusche, und wir wissen ja, wenn man nicht weiss was um einen herum passiert, sollte man erstmal in die luftdicht aussehende Dusche gehen. Patentiert als gute Idee seit 1939 (Ja, ich habe es gewagt, das zu schreiben.). Dann überschlagen sich die Ereignisse. Ein weiterer Alarm geht los, zwei Männer mit Waffen und ganz gewöhnlichen Gasmasken stürmen das Duschzimmer und werden kurz darauf von zwei humanoiden Monstern, deren Gesichter aussehen, wie ein glitschiger Rollbraten  mit fiesen, spitzen Zähnen, recht blutig dahin gemetzelt. Silbermond stürmt nach draussen (Natürlich nicht nackt. An der Dusche hing ein weisser Overall, ihr Schweinigels.), wo die Hölle los ist. Es wimmelt nur so von Rollbraten. Zusammen mit einer Gruppe anderer Menschen kann sie sich durch die Lüftungschächte in einen sicheren, ruhigen Raum flüchten.

Ruhiger Raum heisst, wir haben Zeit unsere Charaktere und unsere Situation zu erläutern. Das geschieht natürlich nicht alles auf einmal, aber ich werde versuchen zusammen zufassen.
Unsere Gruppe besteht aus drei Soldaten, zwei technischen Mitarbeitern, kurz "Techs", und zwei Testpersonen, charmanterweise von den Soldaten Laborratten genannt.
Dare ist der Anführer der Soldaten, Stratege und Stimme der Vernunft. Michaels sieht sich als Söldner, hat keine Skrupel und auch keine Ausstrahlung und Kirkland ist der harte Hund aus der Schule "Wir laufen rein und ballern um uns!". Er redet, als wäre er Batman, klingt dabei aber wie das Krümelmonster (Er ist ausserdem auch mal wieder das lebende Beispiel dafür, dass es keine gute Idee ist, sich die Haare hinten lang wachsen und zum Zopf flechten zu lassen, wenn sie vorne ausgehen.).
Dumdidumdidum KEKSE!!!








Dann sind da die zwei Techs. Yutani ist eine ältere Wissenschaftlerin. Sie weiss teilweise was geschehen ist und hat ein schlechtes Gewissen, weswegen jeder ihrer Sätze weinerlich klingt, als wolle sie immer ein "Es tut mir leid. Ich hatte ja keine Ahnung!" nachschieben.
Yutani tut es leid...die ganze Zeit.

Jen ist jung und eine Zicke. Das war's. Sie hat keine anderen Merkmale. Ich hasse sie.
Zu guter letzt, die Laborratten. Canning, die männliche Ratte, ist total verängstigt und will einfach nur heil aus der Sache raus kommen. Er würde sich unsichtbar machen, wenn er könnte.
Und Silbermond, die eigentlich Lena heisst, ist ratlos aber recht ruhig, fast schlafwandlerisch bisweilen. Sie will vor allem wissen, was hier genau passiert ist.

Im übrigen befinden wir uns in einem streng geheimen, unterirdischen Labor, in dem Genexperimente an lebenden Personen vorgenommen werden. Diese sind (natürlich) schief gegangen. Das Ergebnis sind die Amok laufenden Rollbraten und die, in der Anfangssequenz angesprochene, Versiegelung. Plan ist es jetzt durch die Luftschächte in den Kontrollbunker zu kommen, die Versiegelung aufzuheben und an die Oberfläche zu gelangen, die aber wohl auch nicht sicher zu sein scheint, wird von Yutani gewarnt. Warum werden wir wohl noch erfahren (Ja, im nachhinein bräuchte der deutsche Titel eigentlich eine Spoilerwarnung). Wir befinden uns wohl auch noch auf einem fremden Planeten.
Warum braucht man nochmal ein
Fenster in einem unterirdischen Labor?


Also auf zum Zauberer von Oz...ähm, zum Kontrollbunker natürlich. Dare macht die Vorhut und währenddessen hat Lena einen Anfall (das heisst, sie schreit und wackelt mit dem Kopf hin und her) nach dem sie berichtet, sie hätte geträumt es wäre etwas in ihr und versuche raus zu kommen (John Hurt ick hör dir trapsen!).
Nachdem Dare sich davon überzeugt hat, dass die Rollbraten ihre Gedärme gerne blutig verspeisen, müssen unsere Helden einen Umweg über das Waffenlager machen. Da Umwege immer Probleme machen, kann unsere bunte Truppe gerade so einer Welle von Rollbraten entkommen, worauf Michaels darauf plädiert, die Zivilisten einfach los zu werden, da drei Soldaten bessere Chancen hätten. Dare ist dagegen und erhebt sich damit zum einzigen Sympathen im ganzen Film. Und es kommt wie es kommen muss keine fünf Minuten später wird Dare gekillt. Das heisst, wir bleiben zurück mit Private Pappsoldat und Private Krümelmonster. Danke Film.
Zuvor schaffen es unsere Recken aber noch, durch die Wiederherstellung der Stromversorgung, die Tür zum Kontrollbunker zu öffnen. Dare darf nun das zeitliche segnen und wir kriegen einen neuen Charakter vorgestellt: Abteilungsleiter Konieg. Der Mann ist offensichtlich Böse. Er ist Wissenschaftler hat eine Glatze und einen deutsch klingenden Namen (Noch offensichtlicher wäre nur eine SS-Uniform. Bin sowieso der Meinung, die Macher wussten nur nicht, dass Koenig die richtige Schreibweise ist und nicht Konieg). Er ist ganz klar ein Antagonist, doch ich liebe diesen Mann. Warum liebe ich diesen Mann? Weil er, sobald sich die Tür öffnet, ohne Vorwarnung, ohne sich vorzustellen, ohne Fragen und ohne zu zögern mit einem Beil auf unsere Truppe stürzt, und es Zicken-Jen in die Brust rammt worauf diese blutend und röchelnd verendet. Danke Abteilungsleiter Konieg. Die Frau hat keine fünf Minuten screentime und kriegt es hin, dass man sich freut, wenn sie drauf geht. Daumen hoch.
Das sieht der Rest vom Team auch so. Lena macht während der ganzen Aktion nämlich einen Extrem-Frodo. Soll heissen, sie fällt tot um. Und alle kümmern sich um Lena, tragen ihre "Leiche" sogar an der noch röchelnden Jen vorbei und lassen jene einfach liegen. Grossartig.
*sing* Ding Dong the bitch is dead...

Lena wird von Yutani wiederbelebt, unter anderem durch Mund zu Mund Beatmung, wovon Konieg ab rät. Der Mann weiss doch irgendwas, was wir nicht wissen!

Man versucht den nicht funktionierenden Funk wieder in Gang zu setzen, denn man würde an der Oberfläche gerne von irgendwem abgeholt werden. Schliesslich ist es nirgends so schön wie zu Hause.
Das Problem scheint aber die Antenne zu sein, und die ist eben auf der Oberfläche. Also, machen sich Michaels und Canning auf, in's Antennenhäuschen zu kommen. Kirkland bleibt, zum Schutz, im Kontrollbunker. Obwohl es Ihnen gelingt das System in Gang zu bringen (*gnihihi* Der Verschluss vom Antennenhäuschen ist ein altes Autolenkrad. *gnihihi*) begegnen sie der Bedrohung auf der Oberfläche. Ein Alien...ja genau...eins...in Zahlen: 1...ein einziges (Gut, der Film heisst ja auch Alien vs. Zombies und nicht Aliens vs. Zombies.). Dann geht es ganz schnell, Alien killt Canning, Michaels killt Alien und zurück nach Oz...verdammt, in den Kontrollbunker natürlich.
Mutronics anyone?

Dort hat Lena unterdessen mal wieder ein wenig vor sich hin deliriert, von sich selbst (irgendwie narzistisch) mit schwarzen Kontaktlinsen und blutüberströmt. Konieg hat seltsame Andeutungen gegenüber Yutani gemacht und alle haben gegen Dare gekämpft, der jetzt ein Tentakelwesen ist...ja...öhm...ich weiss auch nicht.






Ich hab' das mit den Tantakel-
Pornos nie verstanden, und das hier
hilft nicht!



Den wieder funktionierenden Funk nutzt Konieg sofort um Hilfe zu rufen. Für sich selbst. Die Anderen können gerne, mitsamt dem Komplex, weggenuked werden. Dieses Vorhaben bleibt natürlich nicht unentdeckt und nachdem die Soldaten Konieg mal ordentlich durch den Raum geworfen haben, rückt dieser endlich mit der Sprache raus, was das überhaupt für eine Einrichtung ist.

So, lieber Leser. Haben wir uns bisher noch im, schon häufig durchschipperten, Fahrwasser durchschnittlicher Sci-Fi Kost bewegt, wird's jetzt richtig abstrus.
Obacht: Im zweiten Weltkrieg haben die Nazis in Nordafrika das Fossil eines Engels entdeckt. Das Fossil Luzifers, um genau zu sein. Nachdem die Russen und die Amerikaner es zwischenzeitlich erbeutet hatten, hat Konieg es gekauft und in seinem Labor versucht Luzifer zu klonen, um ihn als Superwaffe zu verwenden. Das Ergebnis sind Lena und Canning (naja, der is' ja schon fott), aber es gilt noch heraus zu finden, ob Lena das Böse in sich kontrollieren kann.

Na, schon Kopfschmerzen? Geht noch weiter.

Die Rollbraten sind, und hier sind Film und Synchro uneinig, entweder Schergen Luzifers, die quasi die Körpermasse der Menschen im Labor genutzt haben, um zu Existenzen zu werden, oder sie sind Klonfehlversuche. Sucht euch was aus.
Ich hätte meinen Rollbraten gerne
ohne Zähne, dafür extraschleimig.

Und wenn eure Köpfe jetzt noch nicht geplatzt sind, dann lasst euch sagen, Konieg ist ausserdem im Besitz des "Book of Souls", in dem genau beschrieben steht, wann die Hölle auf Erden losbrechen wird. Im wörtlichen Sinne. (Das Ding ist nicht wirklich wichtig, aber wo ein Luzifer ist, ist ein Necronomicon nicht weit)





Geil, oder?

Das muss erstmal verdaut werden, auch von unseren Protagonisten. Dann muss ein neuer Plan gefasst werden. Der sieht dann wie folgt aus. Warten bis die Konieg-Rettung eintrifft, die Jungs überwältigen, Shuttle kapern und abhauen.
Wird unsere illustre Truppe den Plan in die Tat umsetzen können? Wird das Böse in Lena doch noch ausbrechen? Wird noch ein zweites Alien auftauchen (Ja, eins noch. Das war's dann aber wirklich.), und warum hat Kirkland Fettuccine im Schoss? Das müsst Ihr selbst sehen.
Federiiiiicooooo!!!




 

 

 

Ich finde...

...es nahezu unglaublich, wie die FSK den Film eingestuft hat. Es werden Körper durchschlagen und ausgeweidet, Köpfe skalpiert und in Stücke geschossen, Extremitäten gebrochen und abgerissen, alles was das Herz begehrt. Nicht im Minutentakt, aber das ganze Repertoire. Es gibt Filme mit ähnlichen Schauwerten, die immernoch beschlagnahmt sind. "The Dark Lurking" trägt eine FSK 16!!!!!! Und man kann sich hier nicht mal auf komödiantischen Kontext berufen. Der Film ist nicht lustig und will es auch nicht sein. Das aber nur nebenbei.

Den Machern von "The Dark Lurking" muss man ein grosses Kompliment aussprechen. Es ist selten, das mit so wenig Mitteln so viel erreicht wird. Ja, man sieht dem Film an, dass er nicht Teuer war. Allein schon weil die Bildqualität Digi-Cam schreit. Ja, die Story ist erst copy and paste und wird dann so hanebüchen, dass man sich das Gehirn am liebsten selbst durch die Nase aus dem Schädel ziehen möchte und ja, die Darsteller sind schlecht...richtig schlecht...alle...es gibt keine Ausnahme...es gibt nur overacting oder underacting...nichts dazwischen...gar nichts. ABER, und das ist ein gaaaaaanz dickes ABER, der Film macht alles richtig, worauf es bei so einer Produktion ankommt. Es gibt Action am laufenden Band, die Masken, sowohl Alien als auch  Rollbraten, und Effekte sind handgemacht und das sehr gut. Klar sind es Menschen in Gummianzügen, aber die sind eklig und glitschig und hässlich. Man möchte mit den Darstellern nicht tauschen. Es spritzt und suppt das Blut an allen Ecken und Enden und es wird geballert was die Rohre hergeben. Es ist die reinste Freude.
Und noch etwas schaffen Regisseur Greg Connors und Kameramann Dirk Foulger (Das ist der Selbe, der auch den Konieg spielt. Sein wahres Talent liegt also eher hinter der Kamera.). Sie schaffen es die schätzungsweise zwei, maximal drei Räume, die sie zur Verfügung haben, so zu gestalten und einzufangen, dass man wirklich das Gefühl hat, sich in einem endlosen Labyrinth aus Gängen und Räumen zu befinden. Der Strom der Angreifer scheint, in manchen Sequenzen, nie abzureissen, dabei können es nie mehr als fünf oder sechs verschiedene Leute sein. Da kann man verzeihen, dass die Planetenoberfläche zu keinem Zeitpunkt funktioniert, und das liegt nicht am Lenkrad.
Überhaupt sind die beiden gute Handwerker. Es gibt keine innovativen Kameraeinstellungen, aber alle sind effektiv. Kurz gesagt, die beiden wissen, wie ein Film auszusehen hat, Geld hin oder her.

Der deutsche Titel ist, wie erwartet, Etikettenschwindel. "Alien" stimmt. Davon gibt es immerhin zwei. Wer sich allerdings etwas Gigereskes erhofft, wie das Cover ja auch suggeriert, hat sich geschnitten. Es geht eher in die "The Guyver"-Richtung. "Zombies" stimmt gar nicht. Laut Film sind sie am ehesten Dämonen, laut Synchro im besten Fall Mutanten und im Abspann werden sie sogar als "Rabids" (Tollwütige) geführt. Niente Zombie! Nichtmal "vs." stimmt. Die beiden Spezies kämpfen nie wirklich gegeneinander.

Das alles ändert nichts daran, dass der Film Spass macht, Action ohne Ende bietet und sogar die Gorehounds, mit einem FSK 16 Film, auf ihre Kosten kommen sollten. Was wohl selten genug der Fall ist.
Eine uneingeschränkte Kaufempfehlung für alle, die schon lange auf ein Sci-Fi-Horror-Okkult Gemetzel gewartet haben. Die DVD gibt's ab fünf Euro abwärts auf'm Grabbeltisch.


Zensurinfo:

Falls es noch nicht klar ist, die DVD ist ungeschnitten und FSK 16!
Keine Ahnung wie das passieren konnte.

Dienstag, 15. Oktober 2013

SCHNAPPSCHUSS: Rosenkranz & Güldenstern (1990)

a.k.a. Rosencrantz & Guildenstern are dead

Der Film:
Zwei Männer sind auf dem Weg nach Helsingör zum Königshof. Sie wissen, dass sie Rosenkranz und Güldenstern sind, und dass der König sie persönlich bestellt hat, weil irgendetwas mit ihrem alten Freund Hamlet los ist.
Was sie nicht wissen, ist, wer von beiden eigentlich wer ist, und woher sie diesen Hamlet überhaupt nochmal kennen. Aber egal, der König selbst hat gerufen, also wird's wohl wichtig sein.
Als ob die oben genannten Fragen nicht schon grundlegend genug wären, ergeben sich auf ihrem Weg immer weitere, welche nach Klärung verlangen. Mit Hilfe der Schauspieltruppe, die ebenfalls auf dem Weg zum Schloss ist, des Königs Claudius, Polonius und natürlich ihres Freundes Hamlet selbst, und durch Rollenspiele untereinander, versuchen die beiden herauszufinden, warum man ausgerechnet sie gerufen hat, ob Hamlet durchgeknallt ist oder nicht, was auf Helsingör passiert ist, während Rosenkranz zufällig den Burger erfindet und das Gesetz der Verdrängung entdeckt, ohne es zu merken, und wann eigentlich genau der Punkt war, als sie einfach hätten 'Nein' sagen können.



Ich finde...
...dieser Film hätte eigentlich ein langes Review verdient, aber das wäre nicht möglich gewesen, ohne einfach zu viel vorweg zu nehmen. Tom Stoppard hat sich, mitte der Sechziger, der Frage gewidmet, welche Funktion haben eigentlich die Charaktere Rosenkranz und Güldenstern in Shakespeares Stück "Hamlet"? Man weiss nur, dass sie mit Hamlet studiert haben, dass sie nie anwesend sind wenn etwas wichtiges passiert, sie nicht sagen können, ob Hamlet wahnsinnig ist oder nicht und auch sonst eigentlich nichts zu Stande bringen. Stoppard entschied sich, ein Bühnenstück aus diesen fragmentarischen Fakten zu machen, welches 1966 Premiere feierte und nur 24 Jahre später verfilmt wurde. Stoppard führte dabei selbst Regie und steuerte das Drehbuch bei, da er, nach eigener Aussage, der einzige war, der dem Stück mit dem angebrachten mangelnden Respekt begegnen konnte.
Er hätte auch kaum ein besseres Duo für die Hauptrollen bekommen können, als Gary Oldman und Tim Roth. Es ist einfach toll, wie die beiden sich die Dialogwitz-Bälle im Eiltempo zuwerfen, ohne dass es auch nur eine Sekunde langweilig wird.
Oldman, der sowieso eines meiner absoluten Vorbilder ist, spielt seinen Rosenkranz (oder Güldenstern. So richtig klar wird das eigentlich nie) absolut liebenswert. Er ist nicht dumm, aber er braucht halt immer ein bisschen länger. Seine Rolle bietet auch Gelegenheit für einige Slapstick-Einlagen, welche einen besonderen Reiz haben, wenn man Oldman sonst vielleicht nur als Sirius Black oder Comissioner Gordon kennt. Tim Roth ist sein perfekter Konterpart und auch Iain Glen spielt seinen Hamlet so entrückt, dass man Rosenkranz und Güldenstern sofort verzeiht, dass sie mit der Situation überfordert sind.
Kurzum, ich bin restlos begeistert von diesem Werk. Die grundlegende Idee ist unglaublich interessant, die Dialoge sind messerscharf, schnell und von einem Witz, den man heute leider nicht mehr allzu oft präsentiert bekommt. Shakespeare hätte sich gefreut. Schauspielerisch ist der Film sowieso eine Lehrstunde von allen Beteiligten und ganz besonders von den drei oben genannten.
Wer keine Angst vor dialoglastigen Filmen hat, herausragende Schauspieler zu schätzen weiss und sich darüber bewusst ist, dass feinsinniger Humor eben nicht auf Privatsendern statt findet, sollte diesen Film gesehen haben. Man sollte seinen "Hamlet" allerdings gelesen haben, sonst wird's vielleicht etwas konfus.